Wussten Sie, dass 95% aller Unternehmen in Deutschland als KMU, also kleine und mittlere Unternehmen eingestuft sind? Das statistische Bundesamt meint lapidar im Originalton: «Fast alle Unternehmen in Deutschland gehören zu den kleinen und mittleren Unternehmen. (KMU) Fast zur Gänze sind es  Inhaberunternehmen, wo beim Eigentümer auch die unternehmerische Verantwortung liegt. »

In einem recht schmeichelhaften Sprachgebrauch werden diese Unternehmen dann gerne als „Mittelstand“ bezeichnet, obwohl fast 90% zu den Mikrounternehmen gehören. Das sind Unternehmen mit max. 2. Mio. Umsatz und max. 9 Beschäftigten. Das sind all diejenigen Unternehmen, ohne die wir uns einen funktionierenden Alltag gar nicht vorstellen können. Das sind Handwerker, Bäcker, Metzger, Optiker, der italienische Eissalon, unser Lieblings-Restaurant, also all die Unternehmen, die unser Leben lebenswert machen. Alle sind Sie Spezialisten in Ihrem Fachbereich. Und alle führen sie ihre Unternehmen und ihre Mitarbeitern nach eigenem Verständnis, denn brauchbare Anleitungen gibt es kaum.

Die Wirtschaftswissenschaften, allen voran die Betriebswirtschaft, die Medien und besonders auch die Wirtschaftspolitik beschäftigen sich lieber mit den 5% Großunternehmen und Konzernen. Nicht wirklich überraschend, denn ab einer bestimmten Größenordnung – geschätzt so ab etwa 1.000 Beschäftigten ist die Verwaltung der Organisation mindestens so aufwendig wie das eigentliche Business selbst. Da sind dann akademisch–theoretische Methoden und Modelle für die die gesamten Organisation gefragt, denn diese Anzahl von Menschen muss als allererstes verwaltet werden. Und in dieser Größenordnung sind normalerweise auch finanzielle Mittel für Forschungsaufträge, Anzeigenkampagnen oder die Unterstützung politischer Projekte ausreichend vorhanden.

Ganz anders bei den kleinen und mittleren Unternehmen, 95% wie gesagt. Sie sind so gut wie ausschließlich vom Inhaber selbst geführt. Für die Aufgabe „Unternehmensführung “, gibt es jedoch für „fast alle Unternehmen“ so gut wie keine brauchbare und verlässliche Anleitung. Die klassische Betriebswirtschaftslehre hilft wenig bis gar nicht. Im Gegenteil sie führt häufig in die Irre, wenn versucht wird Methoden für Großunternehmen auf Inhabergeführte Firmen zu übertragen

Und die seltsame Worthülse von der „Arbeit AM Unternehmen“ die kann ich schon gar nicht mehr hören, Alle Augenblicke kommt irgendein ahnungsloser Oberkluger mit diesem Ratschlag daher, ohne konkret erklären zu können, was damit gemeint wäre und wie der Unternehmer, das jetzt auf sein eigenes Unternehmen anwenden könne. Eine Erfahrung, die ich immer wieder in der Praxis machen musste.

Vergiss Betriebswirtschaft – alles was Du gelernt hast!

Was war ich doch stolz als ich zum ersten Mal Geschäftsführer wurde. Als stolzer Diplom Kaufmann und Absolvent einer universitären Betriebswirtschafts-Studiums könnte ich jetzt all mein Wissen hier einbringen. Dachte ich.

Aber es kam ganz anders: plötzlich musste ich all mein mühsam und hart erarbeitetes Wissen über Bilanztheorien, Kostenrechnung einschließlich stufenweiser Grenzkosten oder Preis-Absatz-Kurven völlig vergessen, denn die Praxis der Führung eines kleinen Unternehmens sieht völlig anders aus, als die klugen Herrn Professoren mich gelehrt hatten.

„Vergiss Betriebswirtschaft “war fortan meine Devise, denn ich hatte ein Unternehmen mit 40 Mitarbeitern zu führen und musste Wege finden, die funktionieren. Da taten sich plötzlich Spannungsfelder auf, die in der Betriebswirtschaftslehre oder überhaupt im Thema Business bis dahin undenkbar waren: Altersunterschiede der Mitarbeiter beispielsweise, unterschiedliche Nationalitäten, politische Differenzen und noch einiges mehr. Und die Spannungen zwischen Vertrieb, Produktion und Verwaltung sind ohnehin ein ewiger Klassiker.

Der Inhaber selbst war wenig hilfreich, denn auf die Frage wo die Reise hingehen solle kam die trockene Antwort „Geld verdienen “. Na eh klar, was denn sonst. Das hilft nur wenig, um ein Unternehmen langfristig auszurichten. Was ist denn gemeint mit „Geld verdienen“ ist es die Summe aller Erträge über die nächsten 5 – 10 Jahre? Ist es die kurzfristige Gewinnmaximierung? Kann Geld verdienen auch über den Verkauf in einigen Jahren realisiert werden? Das ging mir im Geschäftsführer-Kopf herum. Also wohin soll ich längerfristig führen? Antwort vom Inhaber gab es keine. Mir als Geschäftsführer blieb nichts anderes übrig als eigenen Wege zu finden, um möglichst viele Optionen offen zu halten.

Viele Unternehmens-Einblicke später weiß ich heute, dass inhabergeführte Unternehmen ebenso individuell und eigenständig funktionieren, wie die Persönlichkeit des Unternehmers es vorgibt. Aus genau diesem Grund entziehen sich die KMU einer akademisch-theoretischen Auseinandersetzung, denn es gibt keine einheitlichen Strukturen oder Funktionen oder Methoden, die sich extrahieren lassen und für wissenschaftliche Untersuchungen geeignet sind.

Was für ein bestimmtes Unternehmen mit 50 Mitarbeitern gilt das muss für ein anderes mit ebenso vielen Beschäftigten noch lange nicht brauchbar sein. Vordergründig gesehen! Vor kurzem hatte ich Einblick in zwei Unternehmen mit jeweils rund 50 Mitarbeitern. Das eine ein florierender Lebensmittelgroßhandel, das andere ein erfolgreiches IT-Unternehmen. Der erste Eindruck ist klar: Natürlich müssen die beiden Betrieb völlig unterschiedlich sein, sind ja schließlich zwei völlig verschiedene Branchen.

Nimmt man allerdings Unternehmen der gleichen Branchen mit jeweils 1.000 Beschäftigten dann verschwinden die Unterschiede weitgehend und es lassen sich bestenfalls unterschiedliche Produkte und Märkte feststellen. Die Eigenverwaltung solch großer Organisation ist dann bereits so aufwändig, dass ein hoher Anteil der Gesamtleistung nur dafür aufgeht. Für das eigentliche Business beleibt dann lediglich ein Teil der Produktivität übrig.

Der Regelkreis – das maßgeschneiderte Führungs-Werkzeug

Nach langer Beobachtung und und intensiver Nachforschung ist es mir gelungen aus meiner operativen Arbeit als Geschäftsführer, die Gesetzmäßigkeiten zu extrahieren die für die Praxis der KMU-Führung entscheidend sind. Es sind diejenigen Aufgaben und Faktoren mit denen Unternehmen langfristig erfolgreich geführt werden können, unabhängig von Branche Größe und den individuellen Vorlieben und Wünschen des Inhabers.

Es ist ein kybernetischer Regelkreis, der aus Planung, Durchführung, Ergebnis und eingehender Analyse besteht Der Clou dabei: Jeder Unternehmer darf für sein eigenes Unternehmen eine Regelstruktur und Messgrößen festlegen, die für Ihn passend sind.

Es reicht völlig aus, die EIGENE Bilanz zu verstehen und hinter die EIGENEN Zahlen zu blicken. Dazu muss man keine Bilanztheorien lernen. Die Fähigkeit den Arbeitsablauf zu organisieren und Aufgaben zu verteilen ist wesentlich wichtiger als ausgeklügelte Organisationsmodelle und Stellenbeschreibungen auszutüfteln.

Für den Unternehmer als Fachmann in seinem Spezialgebiet, beginnt die Herausforderung der Führungsarbeit mit den ersten Mitarbeitern. Und je mehr Mitarbeiter es werden, umso mehr sind Menschenführung und organisatorische Fähigkeiten gefragt. Hier geben Soziologie und Gruppendynamik die Regeln vor. Die erste gravierende Wachstumsschwelle tritt auf, wenn sich die Zahl der Mitarbeiter gegen 10 bewegt. Die wollen geführt und organisiert sein. Sie wollen sich grundsätzlich einbringen und wollen Sinn in ihrem Tun sehen. Gerade in kleinen Unternehmen, wo jeder einzelne den Betriebsablauf von Anfang bis Ende kennt.

Und natürlich sehen die Details des Regelkreises je nach Branche anders aus. Aber, und das ist ein großes ABER – sie sehen auch vollständig anders aus, wenn Größe und Branche gleich sind, aber die Persönlichkeit und der Charakter des Unternehmers verschieden sind.

Es geht auch einfach

Einer meiner Klienten, ein Pionier-Unternehmer aus dem Maschinenbau hatte mit einem einzigen Mitarbeiter begonnen.  Als ich ihn kennenlernte hatte das Unternehmen etwa 100 Beschäftigte. Er war Konstrukteur mit Leib und Seele, das tüfteln an komplizierten Konstruktionen war sein Leben. Alles andere war nebensächlich. Unternehmensführung musste natürlich sein, interessierte ihn aber nicht wirklich, also hat er das auf ein geniales Minimum reduziert. Sein oberster Grundsatz war „Die Summe der Ausgangsrechnung muss größer sein als die Summe der Eingangsrechnungen“. Trotz großer und aufwendiger EDV-Ausstattung führte die Buchhaltung nur für ihn eine tag-genaue Aufstellung aller Ein- und Ausgangsrechnungen per Hand in einem Schulheft. So konnte er jederzeit den Stand „seines Finanzsystems“ einsehen.

Und das Wachstum seines Unternehmens folgte dem Grundsatz: „Wenn wir Festgeld haben investieren wir, wenn nicht dann nicht““. Wenn größere Führungsaufgaben anstanden, dann hat er externe Experten geholt. Und ist wieder an seine Konstruktions-Projekte gegangen. Auch so kann Unternehmensführung erfolgreich funktionieren.

Ich selbst habe dann bei meiner mehrjährige Begleitung ein Regelkreis-Instrument nur für mich entwickelt, um den Überblick zu behalten und die Veränderungen im Unternehmen systematisch zu verfolgen. Tatsächlich war die Mitarbeiterzahl in den nächsten 5 Jahren auf etwa 150 angestiegen. Aber das nur nebenbei.

Der kybernetische Regelkreis – Die Kybernetik ist übrigens die Wissenschaft vom Steuern und Regeln –  hat sich bei meinen Aufgaben als Krisenhelfer und Beistand in Unternehmer-Bedrängnis ausnahmslos als wirksames Werkzeug erwiesen. Ein Schlüssel, der schnell und effektiv brauchbare Lösungen gebracht hat, die funktionieren. Unabhängig von Unternehmensgröße und Branche und auch von der Problemstellung.

Dieser kybernetischer Regelkreis des Unternehmers, der aus persönlicher Planung, operativer Unternehmens-Planung, Durchführung, Ergebnis und eingehender Analyse besteht, ist die geheime Erfolgs-Garantie für jeden Unternehmer. Damit wird nicht nur der geschäftliche Erfolg erreicht, sondern ganz besonders ein erfolgreiches, zufriedenes Leben als Unternehmer. Und das bei einem vertretbaren Arbeitsaufwand, ohne extra Stress und Aufregung.

Natürlich muss man dieses Steuerungs-Werkzeug zunächst mal eingerichtet werden. Das kann schon etwas Aufwand und Arbeit erfordern. Ist es aber erstmal erstellt, dann wird damit die Führung des Unternehmens dauerhaft recht einfach und wirkungsvoll. Außerdem spart es eine Menge Zeit, nicht nur bei der Auseinandersetzung mit den unternehmerischen Aufgaben, sondern besonders auch durch die Vermeidung von Leerläufen und unsinnigen Maßnahmen in der operativen Tagesarbeit.

Das ist mit „Arbeit AM Unternehmen“ gemeint.

Eigentlich ganz einfach, oder

Unternehmer führen anders