Über Peter Pölzgutter

Eigentlich wollte ich ja Pilot werden. Linienpilot, Flugkapitän natürlich. Oder verwegener Busch-Pilot in Kanada, landen und starten wo es sonst keiner tut. Hatte auch schon mit fünfzehneinhalb alle Prüfungen. Den Pilotenschein gabs zum 16. Geburtstag.

Aus Gründen, die ich heute nicht mehr nachvollziehen kann, bin dann ich auf der Universität bei der Betriebswirtschaft gelandet. Bilanzierungsgrundsätze und Theorien zur stufenweisen Grenzkosten-Rechnung waren ebenso wie Volkswirtschafts-Theorie (Ja, das Fach heisst wirklich so) Themen für das Studium. Dass dies alles, naja fast alles, ziemlich graue Theorie war, musste ich mit gehöriger Überraschung in der Praxis feststellen. Denn die Herrn Universitäts-Professoren hatten ihre Themen sehr überzeugend und mit grosser Ernsthaftigkeit als alleinige Wahrheit dargestellt.

Nach kurzen Stationen in Vertrieb und Marketing war ich dann relativ schnell und relativ jung Geschäftsführer und hatte ein Unternehmen mit 40 Mitarbeitern zu führen. Da ging es plötzlich um Themen und Probleme, von denen ich während meines gesamten Studiums nicht das Geringste gehört hatte. Daten für Preis-Absatz-Kurven waren in der Realität nicht vorhanden und in der Tagesarbeit war die Grenzkosten-Rechnung meine geringste Sorge, denn die Preise gab der Markt vor. Oder der Einkäufer. Going-Preis nennt sich das. Hatten mir die gelehrten Herrn Professoren seinerzeit auch nicht mitgeteilt.

Eigentlich kam ich den ganzen Tag nicht zu meinen Arbeit als Geschäftsführer weil laufend entweder ein Mitarbeiter mit einem Problem vor mir stand oder ein ärgerlicher Kunde am Telefon quengelte. Oder es kam der Inhaber vorbei mit genialen neuen Ideen, die nur leider völlig unrealistisch waren. Uff!

Zu meiner eigentlichen Führungsarbeit kam ich erst nach Büroschluss wenn alle anderen Feierabend machten. Da waren 80-100 Stunden pro Arbeitswoche keine Seltenheit. Glücklicherweise hatte ich meist relativ freie Hand und konnte alles Mögliche an Maßnahmen und Lösungen ausprobieren. Und, Ja ich gebe es zu, nicht alles war erfolgreich, hat aber ganz oft zu neuen Erkenntnissen geführt. So hatte ich meine persönliche  Forschungs- und Entwicklungsabteilung zum Thema Unternehmensführung.

Nach mehreren Stationen als Geschäftsführer in Inhaberunternehmen war ich 1992 auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Am Standort Watzmann, Königssee, Salzburg wollte ich bleiben. Eine unvergleichliche Lebensqualität! Dummerweise – oder besser glücklicherweise – war weit und breit keine passende Stelle frei. Verständlich, denn die Anzahl der Geschäftsführer-Positionen war und ist in diesem Gebiet überschaubar und wer hier mal etabliert ist möchte nur selten weg. Lebensqualität halt! Also machte ich mich als Unternehmensberater selbständig und spezialisierte mich auf das Thema Unternehmensführung.

Erst jetzt begann ich systematisch meine eigene Führungsarbeit in den Unternehmen zu analysieren und mir die Erfolgsfaktoren aus meiner Praxistätigkeit herauszuarbeiten. Das Ergebnis können Sie auf der Seite „Harmonisches Management“ ausführlicher nachlesen.Weil ich dabei wiederholt erlebt hatte, dass die persönlichen Ziele des Eigentümers untrennbar mit Planung, Organisation und Struktur des Unternehmens verbunden sind, spezialisierte mich auf genau diesen Bereich. Zu meiner – damals – großen Überraschung wussten nur die wenigsten meiner Unternehmer-Klienten ihre persönlichen Ziele konkret zu definieren. Meist beschränkten sich die Ziele auf Geld verdienen und Unternehmens-Wachstum. Erstaunlich. Naja, auch Unternehmer sind nur Menschen. (smile)

Tatsächlich konnte ich mit dem Fokus auf die persönlichen Ziele, Visionen und Träume des Unternehmers und meiner praktischen Erfahrung bei meinen Auftraggebern sehr rasch entscheidende Verbesserungen in den Firmen erzielen. Die Vorgangsweise nach dem Harmonischen Managements bewährte sich dabei ausnahmslos und vor allem auch in schwierigen Fällen. Das war für mich besonders wichtig, weil ich oft nach der Planungs-Arbeit auch mit der konkreten Umsetzung in die Praxis betraut wurde.

Die Grundlagen für nachhaltig erfolgreiche Unternehmensführung, speziell in KMU’s, sind mir heute völlig klar. Sie werden jedoch nirgendwo unterrichtet oder weitergegeben. Als „akademischer Betriebswirt“ kann ich nach 30 Jahren Führungspraxis sagen: Alle Wirtschafts- und Führungsmodelle sind graue Theorie und bestenfalls für Großkonzerne geeignet. „Chefs“ und „Bosse“ braucht kein Mensch. Um Unternehmen erfolgreich zu führen braucht es verantwortungsbewusste Anführer. Unternehmensführung ist eine  lebensnotwendige Funktion, wird aber nicht immer konsequent und verantwortungsbewusst ausgeführt.

Im Englischen ist es auch in der Business-Welt besser auszudrücken. Hier unterscheidet man zwischen Leader und Manager. Zu deutsch: Führer und Verwalter. Im deutschen sprechen wir üblicherweise von Managern, also Verwaltern. Sogar Top-Manager gibt es, also „Top-Verwalter“. Naja der Begriff „Führer“ ist im Deutschen historisch belastet. Aber das nur nebenbei.

Aus der Arbeit mit den persönlichen Zielen hat sich bald ein spezielles Business-Coaching entwickelt. Speziell deshalb, weil ich meine Klienten auch in der operativen Tagesarbeit unterstützt habe. Es war in der Folge logisch, dass ich weitere Ausbildungen absolvierte immer nach den Leitlinien des Harmonischen Management. So habe ich bis heute eine Reihe von Ausbildungen absolviert, die mich zu geistige Heilung und Energiearbeit geführt haben. In der Unternehmensführung setze ich energetisch-spirituelle Grundgesetze schon seit längerem ein. Funktioniert immer, auch wenn dies nur in Ausnahmefällen in den Berichten aufscheint und Meditation noch kein anerkannter Bestandteil der Arbeitswelt ist.

Ab und zu braucht ich auch ein bisserl Entspannung, um den Kopf frei zu bekommen. Und weil es aus der Laufbahn als kühner Pilot nix geworden ist, fahre ich Motorrad, gelegentlich auch auf der Rennstrecke. Eine geniale Übung, um vollkommen präsent im Hier und Jetzt zu sein. Da fährt sich’s danach auch auf der Strasse gleich viel entspannter. Und der berufliche Alltag ist um ein Vielfaches effektiver.

Peter Pölzgutter, Brünn 2019