Harmonisches Management

„Orientiere dein Unternehmen an dauerhaften menschlichen Zielen, suche die Hindernisse auf dem Weg dorthin und beseitige sie“

Dies ist die goldene Regel des harmonischen Managements. Es ist die Grundlage, auf der nachhaltig erfolgreichen Unternehmen geführt werden. Es ist bereits seit einiger Zeit eine wesentliche Erkenntnis der modernen Wirtschaftswissenschaften. Angekommen im Wirtschaftsleben ist es allerdings noch nicht.

Als Absolvent einer Wirtschaftsuniversität ist man geprägt von mathematischen Modellen und berechenbaren Größen. Kosten, Erträge, Bilanzen und Finanzen, das ist das Handwerkszeug, das einem die Uni mitgibt. In der täglichen Arbeit als Geschäftsführer kann man damit allerdings wenig anfangen. Wo finde ich Daten für Preis-Absatz-Kurven für einem mittelständischen Industriebetrieb? Und Bilanztheorien helfen nur wenig bei der Personalplanung während Urlaubszeiten und Pandemien.

Menschen kommen in der Betriebswirtschaftslehre kaum vor. Und wenn, dann lediglich als massiver Kostenfaktor oder als Produktionsmittel, elegant „Human Resources“ genannt. Es hat deshalb einige Zeit gedauert bis ich den richtigen Mix aus messbaren Größen und entscheidenden sozialen und emotionalen Faktoren gefunden hatte. Aber erst diese herausfordernde Auseinandersetzung und die praktische Erfahrung im Unternehmens-Alltag hat mir letztlich den Blick für die wahren Zusammenhänge geöffnet.

Aus diesen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen in der ganz normalen Tagesarbeit habe ich im Laufe der Jahre eine neue Sicht der Unternehmensführung entwickelt, die ich als Harmonisches Management bezeichne. Die Grundsätze gelten für Unternehmen und Organisationen aller Größenordnungen und jeder Branche, vom Ein-Mann-Unternehmen bis zum Großkonzern, von der Industrie bis zur Non-Profit-Organisation

Der Mensch im Mittelpunkt

Harmonisches Management stellt Menschen als Individuum in den Mittelpunkt des Denkens. So können übergeordnete energetische und geistigen Gesetze vollständig auf die unternehmerische Tätigkeit übertragen werden

Auf eine einfache Formel gebracht beruht der nachhaltige Erfolg in Unternehmen auf drei grundlegenden Säulen:

  1. die Orientierung am Menschen als Unternehmer
  2. die Orientierung am Menschen als Mitarbeiter
  3. die Orientierung am Menschen als Kunden

Alleine den Fokus auf diese drei grundlegenden Einflussbereiche zu richten würde in vielen Unternehmen bereits eine spürbare Verbesserung herbeiführen.

Führung bedeutet Wege finden

Unsere Arbeitswelt ist komplex und kompliziert geworden. Es ist wesentlich einfacher im Team Arbeitsabläufe und die gesamte Organisation an die vorhandenen Mitarbeiter anzupassen, als Prozessoptimierung nach technischen Kriterien zu betreiben. Das mag mit zentral gesteuerten Robotern funktionieren vielleicht auch in autoritär-hierarchischen Strukturen. Mit mündigen Menschen geht das nicht auf Dauer.

Dies ist nämlich die wahre Aufgabe der Unternehmensführung: Voraussetzungen zu schaffen. Wege zu finden auf denen Mitarbeiter ihre Fähigkeiten zur Gänze und mit Begeisterung einbringen können.

Damit dies in der Praxis funktioniert, bedarf es einer Kultur von Vertrauen und Verantwortung. Aus der Sicht des Harmonischen Management brauchen Mitarbeiter einen vertrauensvollen Freiraum, um selbständig Entscheidungen zu treffen. Sie sollen aber auch die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Das Wissen um den Sinn des Tuns und ein klares Aufgabengebiet mit klar definierter Verantwortung macht den Unterschied. So kann jeder Einzelne selbst erkennen ob er stolz und zufrieden auf seine eigene Leistung und die seines Teams sein darf. Belohnung ist mehr als Geld. Belohnung ist auch Anerkennung. Und Anerkennung ist auch das Übertragen von Verantwortung. Belohnung ist auch das stolz sein können auf die eigene Leistung. Die finanzielle Entlohnung ist dann ein Resultat aus allen übrigen Faktoren. „Das Ergebnis zahlt das Gehalt“, wusste schon Henry Ford seinerzeit.

Im Harmonischen Management wird der Mitarbeiter als Partner gesehen. Als Mitunternehmer, als selbständiger und verantwortungsbewusster Partner der im Rahmen seiner Möglichkeiten seine übernommenen Aufgaben im Team erfüllt. Alle Menschen haben Wünsche, Träume und Ziele. Das Unternehmen, in dem sie arbeiten, soll ihnen die Möglichkeit geben diese zu erreichen, direkt oder indirekt.

Vielleicht klingt das so Manchem recht idealistisch und sozialromantisch. Tatsächlich ist das die Grundvoraussetzung für motivierte Mitarbeiter. Motivation entsteht nur aus den Menschen selbst. Kann bei Reinhard Sprenger in „Mythos Motivation“ nachgelesen werden. Meine gelebte Erfahrung deckt sich damit uneingeschränkt. Es ist ein geistig-energetisches Gesetz: Motivation und Begeisterung entstehen aus Liebe, Respekt und Achtung. Sie kommen aus Liebe zum Beruf, aus Engagement für die Aufgabe, die man übernommen hat. Was man gerne macht, macht man auch gut.

Unternehmen brauchen übergeordnete Ziele

Unerlässlich sind die übergeordneten Ziele im Unternehmen. Erst deren klare Definition gibt dem Tun einen Sinn. Sie schaffen Voraussetzungen für ziel-gerichtete(!) Maßnahmen. Selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln der Mitarbeiter kann dann geschehen, wenn alles wissen, wohin die Reise führt. So wird eine selbstorganisierende Struktur mit verantwortungsbewussten Mitarbeitern geschaffen.

Wenn die übergeordneten Ziele klar und verständlich definiert sind, wenn sie auch den Mitarbeitern bekannt und verständlich sind, dann gibt es eine dauerhafte Orientierung. Dann können sich alle Kräfte im Unternehmen auf ihre Aufgaben konzentrieren

In Summe führt es unmittelbar zur Vision, die den Idealzustand des Unternehmens definiert. Nicht nur wirtschaftliche Ziele, auch ethische und moralische Werte ebenso wie soziale und kulturelle sind darin enthalten. Letztlich müssen sich Mitarbeiter und Kunden mit ihren Wünschen, Träumen und Zielen in dieser Unternehmensvision wiederfinden. Zumindest darf sie Ihnen nicht im Wege stehen.

Aus der Vision heraus folgt die Umsetzung. Jetzt kommen die klassischen Unternehmensziele ins Spiel. Die Zielvorgaben werden nach Zeit, Inhalt und Ausmaß definiert und werden an den übergeordneten Zielen ausgerichtet. Die Unternehmensführung sorgt dafür Probleme, die in der operativen Arbeit auftauchen umgehend gelöst werden. Möglicherweise hat man ein Detail übersehen. Oder es ist eine Anpassung der Verantwortungsbereiche erforderlich, die bisher nicht ersichtlich war. Die geht in den Regelkreis bis alles geschmeidig läuft.

Das sind die Grundsätze des Harmonischen Managements. Sie zeigen die Voraussetzungen für die professionelle Führung von Organisationen. Nicht nur in der Wirtschaft. Es sind allgemeingültige Führungsgrundsätze für nachhaltige und menschliche Führung. Es ist hoch an der Zeit dafür.